Mit wildem Wüten peitschte er geradezu das Orchester der Klangverwaltung und die Chorgemeinschaft Neubeuern zum Siedepunkt der glühenden Expressivität.[…] Und wieder einmal war die großbesetzte Chorgemeinschaft Neubeuern der spirituelle Hauptakteur in diesem Passions‑Geschehen. Sehr variabel in seinem Emotionsausdruck, weich und sonor, durchschlagskräftig in seiner Gesamtheit und homogen in den Stimmgruppen, volltönend und durchdringend, süß flehend und aufschreiend, geschmeidig und wendig und reaktionsschnell auf des Dirigenten beschwörende Gesten antwortend transportierte dieser Chor alle Trauer, allen Schmerz, alle Anklage und alles Mitleiden dieses Schmerzgesanges.

 

Oberbayerisches Volksblatt (18.07.2015) zu Dvoráks Stabat Mater am 16.07.2015 bei den Herrenchiemsee Festspielen